Download pdf version   Next

Zur Cannabis-Situation in der Bundesrepublik Deutschland

Prof. Dr. Stephan Quensel, Birgitta Kolte & Frank Nolte, M.A.

unter Mitarbeit von
Prof. Dr. L. Böllinger, Bremen (juristischer Teil)
Prof. Dr. Chr. Pfeiffer, Hannover (Kriminalstatistik)
Prof. Dr. K.H. Reuband, Dresden (Bevölkerungsumfragen)
A. Höhmeier, M.A. (Medien)
J. Jenetzky (Ökologie)
J. Neumeyer (Politik)
C. Buck (Graphiken)



Bremer Institut für Drogenforschung (BISDRO)
Universität Bremen, FB 8
Postfach 330440
28334 Bremen
Deutschland
Tel: 0421 218 3173
Fax: 0421 218 4265
E-mail: bisdro@alf.zfn.uni-bremen.de

31. Mai 1995



Inhaltsverzeichnis


Einleitung



1  Zur allgemeinen Situation der Drogenpolitik in der Bundesrepublik Deutschland

1  Geringe Ansätze für eine einheitliche Drogenpolitik
2  Allgemeine Entwicklung der Drogenpolitik



2  Zur Cannabis-Situation

1  Einführung
2  Ergebnisse neuerer Umfragen
3  Dauer-KonsumentInnen
4  Schule und Drogenaufklärung
5  Jugendhilfe-Bereich und Psychiatrie
6  Kriminal-Justiz-System

6.1  Kriminalpolizei
6.2  Polizeilich registrierte Cannabis-Delikte
6.3  Staatsanwaltschaft und Gericht
6.4  Strafvollzug



3  Öffentlichkeit und Politik

1  Bevölkerungsumfragen
2  Medien-Reaktion
3  Politische Parteien



4  Rezente Entwicklungen im Bereich der Cannabis-Politik

1  Die Rechtssprechung
2  Gesetzesanträge
3  Initiative der Bundesgesundheitsminister
4  Die Entziehung der Fahrerlaubnis
5  Die ökologische Hanf-Diskussion
6  Die Hanf-Medien
7  Cannabis-Forschung



5  Fazit



Anlage 1: Gutachten Prof. Böllinger

Umgang mit Cannabis - Die juristische Situation in Deutschland
Note



Anlage 2: Liste der bisher befragten Interviewpartner



Anlage 3: Literatur




Einleitung



Der Versuch, die gegenwärtige Cannabis-Situation in der Bundesrepublik Deutschland zu erfassen, steht vor der doppelten Schwierigkeit, daß die Datenlage höchst unzureichend ausfällt, und daß zudem die Situation in den einzelnen Bundesländern und Regionen keinewegs einheitlich zu beurteilen ist.

Wir stützen uns deshalb in unserem Gutachten zunächst auf die bundeseinheitlich vorgehenden Bevölkerungs-Umfragen, auf die Daten aus den Statistiken der Kriminalpolizei und auf die jüngsten Entscheidungen der Bundesgerichte. Um ein genaueres Bild zu erhalten, haben wir die aus Anlage 2 ersichtlichen Experten in zumeist mehr als einstündigen Interviews befragt. Neben Interviews in bundeseinheitlichen Einrichtungen haben wir - nicht nur aus Gründen des beschränkten Zeitraums - besonderen Wert auf die Meinungen und Erfahrungen einschlägiger Experten aus den nördlichen Bundesländern Schleswig-Holstein, Hamburg, Bremen, Hessen und Nordrhein-Westfalen gelegt, da in diesen SPD-regierten Bundesländern die neuere Entwicklung der Cannabis-Politik mitsamt ihren Folgen am besten zu beobachten ist.

Wir werden im folgenden in vier Schritten vorgehen: Nach einer Darstellung der allgemeinen Situation der Drogenpolitik werden wir zunächst versuchen, die derzeitige Cannabis-Lage zu erfassen, um sodann die darauf reagierende Sicht der Öffentlichkeit und der politischen Parteien darzustellen. Die sich daraus ergebende, bisher noch völlig offene, weitere Entwicklung in Rechtsprechung, Gesetzesentwürfen wie aber auch in der Straßenverkehrs-Politik und in der ökologischen Diskussion bildet dann das Abschlußkapitel, von dem aus wir schließlich ein vorläufiges Fazit ziehen.



Next